Hier beantworten wir die am häufigsten zum Thema Klimawandel gestellten Fragen.


Was ist Klima? Wodurch unterscheiden sich Klima und Wetter?

Klima ist das statistische Verhalten des Wetters über einen längeren Zeitraum. Wetter bezeichnet den Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit hinsichtlich Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Wind, Luftdruck usw. Klima beschreibt die durchschnittlichen Bedingungen in einer Region über mehrere Jahre, während sich Wetter auf die kleinräumigen Bedingungen während einer kurzen Zeitspanne bezieht. Klima und Wetter unterscheiden sich also in erster Linie durch den Faktor Zeit.

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Was ist Klimawandel?

Klimawandel bezieht sich auf einen Wandel in der statistischen Verteilung über Jahrzehnte oder längere Zeiträume. Der Begriff an sich beinhaltet Veränderungen des Klimas aufgrund natürlicher Veränderungen und menschlicher Aktivitäten. In der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) wird Klimawandel als "eine Veränderung des Klimas, die direkt oder indirekt auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, welche die Zusammensetzung der Erdatmosphäre verändern und über einen vergleichbaren Zeitraum zusätzlich zu natürlichen Klimaschwankungen beobachtet werden kann" definiert.

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Was sind die Verknüpfungen/Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Klimaschwankungen und globaler Erwärmung?

Klimaschwankungen umfassen die Spanne der natürlichen Veränderungen von Wetterereignissen, die von Tag zu Tag und von Jahreszeit zu Jahreszeit auftreten. Diese Schwankungen hat es schon immer gegeben und wird es auch weiterhin geben, auch wenn sich das Klima in Folge des durch den Menschen verursachten Klimawandels zusätzlich ändert. Globale Erwärmung bezieht sich auf den vom Menschen verursachten Klimawandel, durch den die Temperaturen kontinuierlich steigen.

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Woher weiß man, dass der Klimawandel stattfindet? Und wie sieht das zukünftige Klima aus?

Um zu wissen, wie sich das Klima verändert und wie das Klima in Zukunft aussehen könnte, werden Klimamodelle zur Erstellung von Klimaszenarien verwendet.

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Was sind Klimamodelle?

Klimamodelle werden zur Berechnung des zukünftigen Klimas und zur Erstellung von Klimaszenarien verwendet. Bei Klimamodellen handelt es sich um dreidimensionale Darstellungen der Atmosphäre, Landfläche, Meere, Seen und Eisfläche. 

In globalen Klimamodellen wird die Atmosphäre in ein dreidimensionales Gitter geteilt, das horizontal entlang der Erdoberfläche und vertikal nach oben in die Luft verläuft. An jedem Punkt in diesem Gitter wird die zeitliche Entwicklung der verschiedenen meteorologischen, hydrologischen und klimatologischen Parameter berechnet. Bei globalen Modellen beträgt die Größe eines jeden Gitterfeldes 100—300 km, während in regionalen Modellen ein kleinerer Bereich der Erde modelliert wird, z.B. über Europa mit Planquadraten von 25—50 km. Über einem kleineren Bereich kann ein dichteres Gitternetz gelegt werden, ohne dass dazu eine allzu große zusätzliche Computerleistung erforderlich ist. Somit kann eine höhere Detailgenauigkeit erreicht werden. Was außerhalb des berechneten Bereichs in einem regionalen Klimamodell geschieht, wird von den Ergebnissen des globalen Klimamodells dargestellt, so dass auch Änderungen außerhalb des regionalen Modellbereichs berücksichtigt werden.

Auf lokaler Ebene würde man zunächst von regionaler Ebene heruntergebrochene Klimainformationen verwenden, soweit diese verfügbar sind, da die Detailgenauigkeit in regionalen Modellen größer ist. Sollten diese nicht verfügbar sein, können auch Informationen aus globalen Klimamodellen Hinweise auf das zukünftige Klima geben, auch wenn diese weniger genau sind.

Abbildung 1. Typische Auflösungen für Europa im Vergleich zwischen einem regionalen (rechts) und globalen (links) Klimamodell.

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Was sind Klimaszenarien?

Klimaszenarien geben darüber Auskunft, wie sich das Klima möglicherweise in einem bestimmten Zeitraum in der Zukunft entwickeln könnte. Sie werden entweder von öffentlichen Einrichtungen erstellt, die sich mit Meteorologie oder Klimafragen befassen, oder von Forschungsinstituten mithilfe von globalen Klimamodellen. Die Berechnungen basieren auf Annahmen zu zukünftigen Änderungen der Atmosphäre. Sie beinhalten die Beziehungen zwischen physikalischen Prozessen im gesamten System Atmosphäre-Land-Wasser sowie Emissionsszenarien, bei denen es sich um Annahmen zu künftigen Treibhausgasemissionen handelt. Die Ergebnisse dieser globalen Modelle können anhand regionaler Modelle weiter verkleinert werden, um so die Detailgenauigkeit zu erhöhen. 

Die Ergebnisse, die anhand der Berechnungen in den Klimamodellen dargestellt werden, werden als Klimaszenarien bezeichnet. Klimaszenarien sind allerdings keine Wettervorhersagen. Wettervorhersagen liefern Informationen zu dem, was wahrscheinlich auf lokaler Ebene innerhalb eines kurzen Zeitraumes geschehen wird. Klimaszenarien stellen das statistische Verhalten des Wetters dar, das als Klima bezeichnet wird. Sie bilden jedoch nicht das tatsächliche Wetter an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit ab.  

Für Vergleiche zwischen dem zukünftigen Klima und unserem derzeitigen Klima werden meist Vergleichszeiträume (z.B. 20 oder 30 Jahre) verwendet. Die Ergebnisse für einen zukünftigen Zeitraum werden oft mit den Durchschnittswerten für diesen Vergleichszeitraum verglichen. In der Regel wird der Zeitraum 1961—1990 als Vergleichszeitraum verwendet.

Da die Informationen aus den Klimaszenarien in der Form eines dreidimensionalen Gitters (Daten für ein Gitterfeld) berechnet werden, ist es schwierig, diese Informationen mit den aktuellen Klimabeobachtungen zu vergleichen, die an bestimmten Orten vorgenommen werden (Punktdaten). Die Beobachtungen beschreiben die Bedingungen an einem bestimmten Punkt, während die Modelle die Bedingungen gleichmäßig über das gesamte Gitterfeld verteilt beschreiben. Das Beispiel für Niederschlag verdeutlicht dies. Wenn eine große Regenmenge über einem sehr kleinen Gebiet fällt, würde dies von einer Messstation aufgezeichnet werden. An anderen Orten in der Nähe, über denen nur kleine Regenmengen oder überhaupt kein Regen gefallen sind, werden die Messstationen viel kleinere Mengen aufzeichnen. Wenn die gleiche Gesamtmenge an Niederschlag in dem Modell für das betreffende Gitterfeld erstellt wird, wird sie gleichmäßig über das Gitterfeld verteilt. Dadurch scheint es so, als ob es über dem gesamten Gitterfeld gleichmäßig stark geregnet hätte, obwohl der Regen tatsächlich (im Vergleich zu den Beobachtungsmessungen) viel ungleichmäßiger verteilt war.

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Was sind Emissionsszenarien?

Emissionsszenarien sind Annahmen zu zukünftigen Treibhausgasemissionen, die bei der Erstellung von Klimamodellen verwendet werden. Diese werden vom UN-Klimarat, dem IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), erstellt. Emissionsszenarien beruhen auf Annahmen hinsichtlich der zukünftigen globalen Entwicklung, wie zum Beispiel der Entwicklung der Wirtschaft, des Bevölkerungswachstums, der Auswirkungen der Globalisierung und des Umstiegs auf umweltfreundliche Technologien. Die Die Menge an Treibhausgasen, die mit der Zeit ausgestoßen wird, hängt von diesen weltweiten Entwicklungen ab. Verschiedene Emissionsszenarien werden in den Berichten des IPCC über Emissionsszenarien (IPCC, 2000) beschrieben.

Die Emissionen verschiedener Treibhausgase können sich auf unterschiedliche Art und Weise zwischen und innerhalb der einzelnen Szenarien ändern. Das bedeutet: Das Szenario, das die größte Temperaturveränderung für die nächsten 100 Jahre beschreibt, muss nicht zwingend das Szenario sein, das die größte Veränderung für die nächsten 20 Jahre darstellt.


Abbildung 2. Verschiedene CO2–Emissionsszenarien (IPCC, 2001a). 

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Wie werden Klimaszenarien für bestimmte Regionen erstellt?

Wenn Klimaszenarien für eine bestimmte Region erstellt werden, werden die Ergebnisse für sämtliche Gitterfelder berechnet, die sich auf den ausgewählten Bereich beziehen. Für jeden Zeitpunkt wird ein Durchschnittswert für sämtliche Gitterfelder in der Region ermittelt, um eine Zeitreihe für die Region zu erstellen. Oft werden die Informationen in Diagrammen dargestellt, die Parameter wie z.B. Temperatur, Niederschlag, Schneebedeckung, Wind usw. beschreiben, welche durch die Jahresdurchschnittswerte der letzten 10 Jahre für die gesamte Zeitreihe berechnet wurden. Mithilfe dieses Durchschnittswertes wird eine Tendenz im Zeitverlauf dargestellt. Zeitreihen mit einer höheren Auflösung (z.B. täglich, monatlich und sogar jährlich) sind oftmals ungenau und lassen sich schwer interpretieren.

Maximal- und Mindestwerte sind die höchsten bzw. niedrigsten Werte an einem bestimmten Punkt während des gesamten Zeitraums. Diese Werte sind nützlich, um die Bandbreite und Variabilität der Daten darzustellen. Auch wenn der Durchschnittswert bekannt ist, kann zu einem bestimmten Zeitpunkt jeder Wert zwischen dem Mindestwert und dem Maximalwert zutreffen.

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Es gibt Skeptiker, die den Klimawandelszenarien widersprechen. Woher weiß ich, dass der Klimawandel wirklich ein Problem ist?

Die wissenschaftliche Forschung im Bereich Klimawandel verbessert kontinuierlich die Modelle, aus denen sie ihre Ergebnisse gewinnt. Darüber hinaus unterliegt das Forschungsgebiet grundsätzlich einem Weiterentwicklungsprozess. Diese Entwicklung erfolgt durch Diskussionen zwischen Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen. Bei der Auseinandersetzung mit Kritikern darf man nicht vergessen, dass die Klimawissenschaft äußerst komplex ist und dass die Modelle, die in verschiedenen Wissenschaftsfeldern Verwendung finden, jeweils auf Grundlage unterschiedlicher Parameter und Teilmodelle modelliert werden. Obwohl allgemein anerkannt ist, dass das Klima schon immer großen Schwankungen, einschließlich Eiszeiten, unterlag, hat das IPCC nun auf der Grundlage von Untersuchungen zu Treibhausgasemissionen erklärt, dass es eine eindeutigen Zusammenhang zwischen menschlichen Aktivitäten und steigenden Temperaturen gibt.

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Welche „Unsicherheiten“ bestehen bei Klimaszenarien"?

Klimaszenarien unterscheiden sich abhängig davon, welche Emissionsszenarien und globalen bzw. regionalen Modelle bei den Berechnungen verwendet werden. Das gilt in erster Linie für die quantitativen Ergebnisse (z.B. wie sehr Regenfälle oder Temperaturen ansteigen). Aus Vergleichsstudien geht zum Beispiel hervor, dass das globale Modell ECHAM4 hinsichtlich der Temperatur und der Niederschläge während des Winters in Nordeuropa Veränderungen aufweist, die größer sind als bei vielen anderen Klimamodellen. Das bedeutet, dass es riskant ist, den Ergebnissen eines oder zweier Klimaszenarien blind zu vertrauen, da sich die Ergebnisse von Modell zu Modell unterscheiden.

Darüber hinaus gibt es natürliche Klimaschwankungen. Man kann nicht erwarten, dass die Berechnungen eines einzelnen Modells mit dem tatsächlichen Klima übereinstimmen. Die Ergebnisse sind Durchschnittswerte über einen bestimmten Zeitraum hinweg und spiegeln die tatsächlichen Klimaschwankungen nicht unbedingt zuverlässig wider. Einem hochwertigen Klimamodell sollten jedoch gute Durchschnittswerte und charakteristische Schwankungen zugrunde liegen, z.B. die korrekte Anzahl an kalten und warmen Wintern während eines Zeitraums von 30 Jahren (auch wenn dies nicht unbedingt den tatsächlichen Wintern entspricht). Die kalten und warmen Winter könnten nichtsdestotrotz in einer anderen Reihenfolge als der im tatsächlich beobachteten Klima auftreten.

Die Betrachtung der Ergebnisse aus mehreren Modellsimulationen bietet die Möglichkeit, die Unsicherheiten abzuwägen und zu beurteilen, welche Ergebnisse aussagekräftig sind. Widersprüchliche Ergebnisse scheinen vielleicht verwirrend zu sein, aber man sollte dennoch von den darin enthaltenen Zusatzinformationen Gebrauch machen. Sollten die Modelle unterschiedliche Ergebnisse liefern, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Ergebnisse unsicher sind. Sollten die Modelle jedoch ähnliche Ergebnisse liefern, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Ergebnisse sicher sind. Abgesehen von der Möglichkeit mehrere Szenarien nacheinander zu betrachten, ist es mittels statistischer Methoden und spezieller Analysen möglich, mehrere Simulationen miteinander zu verbinden und so ein Ergebnis zu erhalten, das zuverlässiger ist als eine einzelne Simulation.

Das bedeutet: Die Chance, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, ist umso größer, auf je mehr Klimaszenarien man zugreifen kann. Leider stehen nicht immer Informationen aus mehreren Modellen zur Verfügung. Wenn man nur ein oder wenige Klimaszenarien zur Verfügung hat, sollte man bei der Interpretation der Ergebnisse vorsichtig sein.

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Was sind die Hauptgründe und -ursachen für den Klimawandel?

Das Klima variiert in unterschiedlichen Zeitskalen, von Stunden bis hin zu Tausenden von Jahren. Diese Zyklen werden durch eine Reihe von Faktoren bestimmt. Astronomische Faktoren, wie zum Beispiel die Entfernung zwischen Erde und Sonne sowie die Form der Erdumlaufbahn um die Sonne, sind für die am längsten andauernden Änderungen wie Eiszeitzyklen (1 000 - 100 000 Jahre) verantwortlich. In einem eher kürzeren Zeitmaßstab (10 - 100 Jahre) werden klimatische Änderungen unter anderem durch Meeresströmungen und Änderungen der Sonneneinstrahlung bestimmt. Heutzutage ist die Emission von Treibhausgasen der bekannteste Faktor, der sich auf den Klimawandel auswirkt.

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Was sind Treibhausgase und welche Rolle spielen sie?

Die häufigsten und wirksamsten Treibhausgase sind Wasserdampf (H2O), Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O) und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Ein gemeinsames Merkmal dieser Gase ist, dass sie die von der Erde in die Atmosphäre austretende Strahlung absorbieren und somit zum Treibhauseffekt beitragen. Kurz gesagt: Der Treibhauseffekt besteht darin, dass ein Teil der Wärme, die von der Erde in die Atmosphäre ausgestrahlt wird, durch Treibhausgase in die Atmosphäre absorbiert und wieder Richtung Erde reflektiert wird. Dies führt zum Temperaturanstieg. Ohne die Atmosphäre wäre die Erde viel kälter als sie es ist. Wenn die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre z.B. aufgrund menschlicher Aktivitäten ansteigt, wird mehr Strahlung in die Atmosphäre absorbiert, was zu einem weiteren Temperaturanstieg führt.

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Wie kann man feststellen, ob der Klimawandel durch den Menschen (anthropogen) verursacht wird und nicht durch natürliche Vorgänge? Und warum wird dies kontrovers diskutiert?  

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich die Erwärmung im 20. Jahrhundert auf natürliche Ursachen zurückführen lässt. Die schnelle Erwärmung in den vergangenen 100 Jahren entspricht der wissenschaftlichen Auffassung davon, wie das Klima auf einen schnellen Anstieg der Treibhausgaskonzentration reagieren sollte. Darüber hinaus lässt sich die Erwärmung nicht damit erklären, wie das Klima auf natürliche externe Faktoren reagieren sollte, wie z.B. die Schwankungen der Sonnenleistung und Vulkantätigkeit.

Zahlreiche Experimente sind mit Hilfe von Klimamodellen durchgeführt worden, um die möglichen Ursachen des Klimawandels im 20. Jahrhundert zu ermitteln. Diese Experimente zeigen, dass die Modelle die schnelle Erwärmung, die in den letzten Jahrzehnten beobachtet wurde, nicht widerspiegeln können, wenn sie nur die Schwankungen der Sonnenleistung oder die Vulkantätigkeit berücksichtigen. Der Einfluss des Menschen auf das Klima ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Hauptursache für die Änderung der globalen Oberflächendurchschnittstemperatur in den letzten fünfzig Jahren.

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Was sind die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels?

Wissenschaftliche Beobachtungen haben ergeben, dass der Klimawandel die natürlichen und menschlichen Systeme sowohl regional als auch global beeinflusst (IPCC, 2007a). Die Trägheit des Systems Klima und die Lebenszeit der Treibhausgase führen zukünftig zu einigen unvermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels. Der Klimawandel und seine vielen, mit ihm einhergehenden Auswirkungen sind daher ein wichtiges Forschungsgebiet für die Entwicklung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien.

Eine Vielzahl von Methoden wird angewandt und entwickelt, um Kenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels, Klimaanpassung und Verwundbarkeit zu erlangen und zur Verbesserung der Entscheidungsgrundlage beizutragen (IPCC, 2007a). Im Rahmen des Projekts BalticClimate wurde eine Überprüfung der Auswirkungen des Klimawandels im Ostseeraum durchgeführt. Ziel dieser Überprüfung war es, eine Zusammenstellung der zurzeit verfügbaren Kenntnisse hinsichtlich der für den Ostseeraum relevanten Szenarien im Bereich Auswirkungen des Klimawandels zu erhalten. Weitere Details finden Sie hier.

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Wie beeinflusst der Klimawandel mich und meine Gemeinde/meine Region?

Die Szenarien und Prognosen für den Klimawandel sind vielfältig und die Verfügbarkeit unterscheidet sich von Gebiet zu Gebiet. Sie können jedoch möglicherweise lokale, regionale oder nationale Klimaszenarien über das für Sie zuständige nationale meteorologische oder hydrologische Institute oder andere öffentliche Organisationen und Einrichtungen erhalten. 

Das IPCC stellt eine allgemeine Beschreibung der zu erwartenden Auswirkungen in Europa und anderen Regionen der Erde in seinem Bericht Contribution of Working Group II to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, Summary for Policymakers zur Verfügung.

Auch für den Ostseeraum sind Szenarien zu den Auswirkungen des Klimawandels sowohl auf länderübergreifender/überregionaler Ebene als auch auf regionaler/lokaler Ebene erhältlich.

Obwohl man ohne detaillierte Untersuchungen nicht sagen kann, wie die Auswirkungen derartiger Szenarien in einer bestimmten Region aussehen könnten und wann sich diese ereignen, können Ihnen bereits vorhandene Bewertungen der klimatischen Auswirkungen eine Vorstellung von den möglichen Veränderungen in Ihrer Region vermitteln. Jedoch hängen die Auswirkungen, die auf Ihre Region aufgrund des Klimawandels zutreffen könnten, von einer Reihe von Faktoren ab. Dies sind unter anderem Ihre Betroffenheit hinsichtlich der Veränderungen in Ihrer Umgebung (Empfindlichkeit) und Ihre Fähigkeit sich an derartige Veränderungen anzupassen (Anpassungsfähigkeit).

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Was ist Verwundbarkeit gegenüber Klimaschwankungen und -wandel?

Es gibt drei wesentliche Ansätze oder Denkmodelle zur Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel (Füssel and Klein 2006). 

Risiko-Gefahr-Ansatz

Im Rahmen des Risiko-Gefahr-Ansatzes, der häufig von Raumplanern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern angewendet wird, ist Verwundbarkeit als das Risiko beschrieben, mit dem ein bestimmtes Ereignis eintreten wird. Demnach wird Risiko als Ergebnis aus Wahrscheinlichkeit und Konsequenz definiert (e.g. Brooks 2003, Füssel and Klein 2006). Dieser Ansatz bezieht sich in erster Linie auf die Empfindlichkeit, d.h. wie stark sich der Klimawandel auf die Gesellschaft und die Natur auswirkt.

Sozialkonstruktivistischer Ansatz

Der sozialkonstruktivistische Ansatz hat seinen Ursprung in der Humangeographie und Volkswirtschaftslehre (Adger 1999). Im Rahmen dieses Ansatzes wird Verwundbarkeit als Aufgangsbedingung eines Privathaushaltes oder einer Gemeinde betrachtet, die festgelegt wird, bevor die tatsächliche Analyse beginnt. Diese Bedingung wird durch sozioökonomische und politische Faktoren bestimmt (Adger and Kelly 1999) und betont damit die nichtklimatischen Ursachen der Veränderung, die das soziale System beeinflussen.

Integrierter Ansatz

Im Rahmen dieses dritten Ansatzes wird Verwundbarkeit integriert und ganzheitlich betrachtet. Diese Form wird gerne in Studien zum globalen Wandel verwendet. Das IPCC definiert in seinem dritten Weltklimabericht Verwundbarkeit auf integrierte Art und Weise als

den Grad, zu dem ein System für die negativen Auswirkungen des Klimawandels anfällig und nicht in der Lage ist, diese zu bewältigen.” Verwundbarkeit wird als Zusammenspiel von “Art, Ausmaß und Häufigkeit des Klimawandels und der Klimaunterschiede betrachtet, denen ein System ausgesetzt ist, sowie der Empfindlichkeit und Anpassungsfähigkeit jenes Systems” (IPCC 2001b).

Dementsprechend besteht Verwundbarkeit einerseits aus einer externen Ebene, nämlich dem Gefährdungsgrad im Hinblick auf externe ökologische und wirtschaftliche Veränderungen. Andererseits besteht Verwundbarkeit auch aus einer internen Ebene, welche die Empfindlichkeit und Anpassungsfähigkeit der Gemeinde im Hinblick auf diese in erster Linie extern festgelegten Stressoren erfasst. Nicht nur bestehende Anpassungsmaßnahmen minimieren die klimatische Verwundbarkeit, sondern auch und vor allem die Fähigkeit der Gesellschaft (Privathaushalte, Unternehmen, staatliche Behörden), diese in die Tat umzusetzen. Es ist genau dieses Umsetzungsdefizit, das erkannt und diskutiert werden muss, um letztendlich überwunden zu werden.

Laut der Definition des IPCC bezieht sich die Verwundbarkeit auf drei miteinander verbundene Elemente: Gefährdungsgrad, Empfindlichkeit und Anpassungsfähigkeit. Gefährdungsgrad und Empfindlichkeit sind in einem System nur schwer voneinander zu trennen. Der Gefährdungsgrad stellt dar, mit welchen Risiken die Gemeinde konfrontiert wird und wie stark ein System gestresst ist. Empfindlichkeit befasst sich hingegen damit, wie sehr diese Stressoren das untersuchte System tatsächlich verändern oder beeinflussen. Die Anpassungsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Systems, sich an den Klimawandel anzupassen, um potentielle Schäden abzumildern, Chancen zu nutzen oder die Folgen zu bewältigen (IPCC 2001b). Ausführlichere Beschreibungen dieser drei Elemente finden Sie hier.

Abbildung 3. Verwundbarkeit und ihre Bausteine (eigene Darstellung nach Abbildung 1 in Australian Greenhouse Office 2005).(zum Vergrößern hier klicken)

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Ist der Klimawandel ausschließlich negativ? Oder kann man vielleicht sogar von ihm profitieren?

Nicht alle Auswirkungen des Klimawandels sind negativ. Die Auswirkungen sind von Region zu Region sehr unterschiedlich. Im Ostseeraum zum Beispiel wird der Temperaturanstieg, der von vielen Szenarien prognostiziert wird, als Vorteil für den Tourismus in dieser Region gesehen.

Darüber hinaus können mögliche Vorteile am besten von denjenigen genutzt werden, die sich rechtzeitig auf potentielle Veränderungen vorbereiten. Das Verständnis der eigenen lokalen Bedingungen nebst den potentiellen, klimabezogenen Stressoren ist der Schlüssel, um die eigene Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel und die Klimaschwankungen zu erfassen. Zudem ist die Entwicklung eines Aktionsplans zur Minimierung der Verwundbarkeit sowie ein vorhandenes Bewusstsein hinsichtlich der Möglichkeiten, die sich ergeben könnten, erforderlich, um anschließend die Chancen nutzen zu können. 

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Wo finde ich weitergehende Informationen über den Klimawandel?

Klimakampagne der Europäischen Union 
Dänemark - Anpassung an den Klimawandel
Deutschland - Das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass)
Deutschland - Kurzinfo des Umweltbundesamts zum Klimawandel 
Deutschland - Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - Klima Kurzinfo
Estland - Umweltministerium, Klimaportal
Finnland - Climateguide.fi
Lettische Akademie der Wissenschaften - Der Klimawandel und seine Auswirkungen
Lettisches Zentrum für Öffentliche Ordnung - Diskussionsforum Klima 
Lettisches Nationales Forschungsprogramm - Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Lebensraum Wasser 
Litauen - Umweltministerium, Klimawandel 
Litauischer Hydrometeorologischer Dienst
Norwegen - Klimaanpassung in Norwegen  
Russland - ClimateChange.ru
Russland- Nationaler Dienst für Hydrometeorologie und Umweltüberwachung 
Schweden - Schwedisches Meteorologisches und Hydrologisches Institut  

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