Sowohl direkte Kosten für Investitionen als auch indirekte Kosten für die Instandhaltung, müssen in der Raumplanung berücksichtigt werden, um vernünftige und wirtschaftliche Entscheidungen treffen zu können.

Planerische Entscheidungen wirken sich auf die kommunale Wirtschaft aus. Neue Infrastrukturen erfordert Investitionen. Auch Betrieb und Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur muss finanziert werden. In der Raumplanung getroffenen Entscheidungen schaffen Strukturen, die mindestens für die nächsten Jahrzehnte, wenn nicht für Jahrhunderte bestehen bleiben. Bei solchen Entscheidungen sollte also die langfristige Instandhaltung der Infrastruktur berücksichtigt werden.

Die direkten Investitionskosten, zu denen auch der Erwerb von Grundstücken, die Materialien für technische Arbeiten (z.B. die Länge der Trink- oder Abwasser-, Zentralheizungsleitungen), öffentliche Verkehrsmittel usw. gehören, können hoch sein. Die Bodenbeschaffenheit, möglicherweise vorhandenes Felsgestein und die Landschaftsform beeinflussen den Bau der neuen Infrastruktur erheblich. Jedoch machen die Instandhaltungskosten der Netzwerke und Dienste den größten Teil der Gesamtkosten aus. Auch wenn nicht alle relevanten Gesichtspunkte in den Raumplanungsprozess mit einbezogen werden konnten, können die indirekten Kosten hoch sein. Als Beispiele können Verkehrsunfälle, Verluste von Kulturlandschaften sowie der Wertverlust von Grundstücken genannt werden.

Der größte Teil der Investitionskosten entsteht durch die Organisation und den Betrieb der Netzwerke (Elektrizität, Heizung, Wasser (sowohl Trink- als auch Abwasser), Straßen, Kommunikation usw.). Die wichtigsten Dienstleistungen müssen im Hinblick auf die Bereiche Bildung und Soziales sichergestellt werden. Dienste wie Kindergärten, Schulen, häusliche Betreuung und Gesundheitsfürsorge sind vielleicht noch nicht zum Zeitpunkt des Raumplanungsprozesses erforderlich, werden jedoch möglicherweise einen großen Teil der kommunalen Kosten für die neuen Gebiete ausmachen. Während die Investitionskosten bei neuen Projekten eher hoch sind, muss auch die langfristige Instandhaltung finanziert werden. Sollten neue Gebiete in einer bereits bestehenden Infrastruktur gebaut werden oder zumindest an diese angrenzen, ist eine effizient genutzte Infrastruktur für die kommunale Wirtschaft langfristig gesehen weniger kostspielig.

Der wesentliche Unterschied zwischen ergänzender und dezentralisierter Planung besteht im Zeitpunkt, an dem die Kosten anfallen. Während die Investitionskosten für die Kommune bei zusätzlichen Bauten hoch sind, sind die Instandhaltungskosten langfristig gesehen niedriger. Dies liegt an der Möglichkeit, bereits vorhandene Strukturen zu nutzen. Bei der dezentralisierten Raumplanung entstehen die Kosten hingegen erst später: Zu Beginn gibt es beispielweise nicht genügend Einwohner, um den Betrieb an einer neuen Schule sicherzustellen. In diesen Fällen muss die Kommune die Beförderung der Schüler zu benachbarten Schulen organisieren. Wenn dann schließlich die Planungen in den neuen Gebieten beginnen, kann es bereits zu spät sein. Die Baukosten für die Infrastruktur werden sehr hoch werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass keine funktionsfähigen räumlichen Strukturen geschaffen werden können, da ungeplant gebaut worden ist.

Bei der Diskussion über die Kosten sollten auch andere Akteure mit einbezogen werden. Grundbesitzer, mögliche neue Bewohner, Unternehmer sowie der Staat haben, was die Planungen betrifft, finanzielle Interessen. Neuansiedlungen von Gewerbe und Wirtschaft schaffen für Kommune neue Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten. Wenn diese jedoch nicht sorgfältig geplant werden, können chaotische Strukturen entstehen, die möglicherweise höhere Kosten verursachen.

Siehe auch andere Raumplanungskategorien für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen:

» Lokales Klima und Szenarien für das zukünftige Klima
» Kompakte und vielfältige Stadtstruktur
» Nachhaltiges Verkehrswesen
» Energieeffizienz
» Lebenswerte und gesunde Umwelt
» Beteiligung von Öffentlichkeit und Akteuren
» Strategische Planung