Fördern Sie eine kompakte und vielfältige Stadtstruktur. Die Flächennutzung sollte möglichst effizient gestaltet werden.


Realisieren und fördern Sie eine kompakte und nachhaltige Flächennutzung

Durch die Analyse der aktuellen Bebauungsstruktur werden Möglichkeiten für kompakte städtische und räumliche Strukturen identifiziert. Eine umfassende Analyse der aktuellen Flächennutzung und künftigen Bedürfnisse kann auch zu neuen Innovationen führen. Achten Sie besonders auf die Gegebenheiten in der Region, die Art der Bebauung und die Effizienz der aktuellen Flächennutzung. Straßen und andere Infrastrukturen sollten so geplant werden, dass dabei auch zukünftige Klimabedingungen berücksichtigt werden (Erdrutsche, starke Regenfälle, Frost usw.).

Identifizieren Sie Standorte für zusätzliche Gebäude

Konzentrieren Sie sich auf die Standorte, an denen der Bau weiterer Gebäude innerhalb einer bestehenden Stadtstruktur möglich ist, sowie die Gebiete mit Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Auch Brachflächen innerhalb der Stadtstruktur können für die Umstrukturierung große Möglichkeiten bieten. Regionale Besonderheiten sollten dabei berücksichtigt werden; gemeinsame Planungen benachbarter Kommunen (regionale Raumordnung) ermöglicht eine effektive Nutzung der Regionen. Dazu eignen sich besonders Strategien und Pläne, die von mehreren Kommunen gemeinsam entwickelt werden.

Durchmischen Sie unterschiedliche Funktionen

Gebäude und Flächen sollten in der Lage sein sich an die Veränderungen, die im Laufe der Zeit auftreten, anpassen – z.B. im Hinblick auf ihre Nutzung, Bewohner und Umwelteinflüsse. Flächen können vielseitig genutzt werden. So können Menschen in ein und demselben Bereich arbeiten, leben und ihre Freizeit verbringen. Dies ermöglicht die Zusammenführung unterschiedlicher Personengruppen, da sie den gleichen Raum miteinander teilen. Darüber hinaus wird so die effektive Nutzung des Raumes gesteigert, da ein Raum entsteht, der von unterschiedlichen Gruppen zu unterschiedlichen Tag- und Nachtzeiten genutzt wird. Die bestehende Infrastruktur sollte zudem das ganze Jahr über genutzt werden, auch wenn dabei leicht unterschiedliche Zwecke verfolgt werden. Eine derartige dauerhafte und möglicherweise vielseitige Nutzung kann zur Minimierung der Instandhaltungskosten beitragen. Flächen oder Räume, die in verschiedenen Jahreszeiten, an Wochenenden oder zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten nicht genutzt werden, könnten leicht für andere Zwecke oder sogar zur Förderung der Wirtschaftsentwicklung im kleineren Umfang genutzt werden.

In einem Wohngebiet sollten unterschiedliche Gebäudearten (Mehrfamilien-, Einfamilien- und Reihenhäuser) sowie die wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten und öffentliche Einrichtungen (Schulen, Kindergärten, Geschäfte und Gesundheitsdienste) zur Verfügung stehen. Dadurch wird der Beförderungsbedarf gesenkt. Legen Sie Ihren Entwicklungsschwerpunkt auf Bereiche, die an effiziente öffentliche Verkehrsmittel angebunden sind, wie zum Beispiel an das Schienennetz. Während die Mindestvoraussetzung darin besteht, öffentliche Einrichtungen und den Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, wäre es ideal, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel zu Fuß oder mit dem Rad erreicht werden können. Fahrgemeinschaften sind in Regionen mit einer geringen Bevölkerungsdichte eine effiziente Beförderungslösung bzw. -möglichkeit.

Stellen Sie die Nutzbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel sowie der Fußgänger - und Radfahrerinfrastruktur sicher

Die Bebauung außerhalb bestehender Strukturen sollte sorgfältig durchdacht sein. Wenn sich eine solche Entwicklung in Ihrer Region verstärkt, könnten die Kosten in Zukunft stark ansteigen, da sowohl öffentliche Einrichtungen als auch Wohngebiete in logistischer Hinsicht nicht optimal gelegen sein werden. Der Bau und die Instandhaltung ineffizienter Netzwerke sind mit hohen Kosten verbunden. Darüber hinaus ist es schwierig, einmal bestehende verstreute Strukturen zu verbessern und im Nachhinein zu verdichten. Die Fußgänger- und Radfahrerinfrastruktur sollte gut ausgebaut sein. Im Stadtzentrum sollte es genügend Raum für Fußgängerzonen geben. Dies steigert außerdem die Attraktivität des Stadtzentrums und kommt der lokalen Wirtschaft zugute.

Siehe auch andere Raumplanungskategorien für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen:

» Lokales Klima und Szenarien für das zukünftige Klima
» Nachhaltiges Verkehrswesen
» Energieeffizienz
» Lebenswerte und gesunde Umwelt
» Beteiligung von Öffentlichkeit und Akteuren
» Strategische Planung
» Kosten