Die Auswirkungsszenarien wurden in sieben thematische Bereiche untergliedert:

» Landwirtschaft
» Energie
» Wohnen/Bauen und Wasser
» Gesamtwirtschaft
» Forstwirtschaft
» Gesundheit
» Natürliche Umwelt

Die allgemeinen Erkenntnisse der Szenarien zu den Auswirkungen des Klimawandels im Ostseeraum (Baltic Sea Region, abgekürzt: BSR) werden in Tabelle 1 zusammengefasst. Die Zusammenstellung der in diesem Toolkit enthaltenen Auswirkungsszenarien liefert einen Überblick darüber, wie sich verschiedene Aspekte des Klimawandels möglicherweise auf die BSR auswirken könnten.

Die zusammengetragenen Studien beziehen sich auf unterschiedliche räumliche Maßstäbe: lokal, regional oder global. Daher wurden in manchen Studien alle BSR-Länder behandelt, während in anderen Studien nur ein BSR-Land behandelt wurde.

Für fast alle Auswirkungsszenarien gibt es eine Tabelle, um einen allgemeinen Überblick über die BSR darzustellen (siehe nachstehende Bereiche). Die in den Tabellen enthaltenen Informationen wurden anhand der Ausgangskarten, -diagramme oder -tabellen gewonnen. Die Aussichten für jedes einzelne ‘BalticClimate’-Land sind in den Tabellen enthalten, die sich auf die Prognosen für die jeweiligen Bereiche beziehen (SWE - Schweden, FIN - Finnland, EST - Estland, LAT - Lettland, LIT - Litauen, RU - Russland, GER - Deutschland).   

Tabelle 1. Zusammenfassung der Erkenntnisse zu den Herausforderungen und Chancen des Klimawandels. Allgemeine Auswirkungen des Klimawandels auf thematische Bereiche in der BSR

Bereich

Mögliche Herausforderungen

Mögliche Chancen

Landwirtschaft Die Auswirkungsszenarien zeigen einen Rückgang des durchschnittlichen Ernteertrags in der südlichen BSR. Es gibt immer mehr Regionen, die für den Anbau von Sojabohnen und Mais geeignet sind. Der Weizenertrag steigt voraussichtlich in allen BSR-Ländern an, wohingegen der durchschnittliche Ernteertrag in erster Linie in der nördlichen BSR zunehmen soll.
Energie Der Kühlbedarf im Sommer soll sich in allen BSR-Ländern erhöhen. Der Heizwärmebedarf im Winter soll aufgrund des Klimawandels abnehmen. Das Potential für die Nutzung von Wasserkraft soll in SWE und FIN ansteigen. Je nach Szenario wird davon ausgegangen, dass sich das Windenergiepotential entweder leicht erhöht oder überhaupt nicht verändert.
Wohnen/Bauen und Wasser Sachschäden aufgrund von Unwetterereignissen sollen in GER ansteigen. Andere BSR-Länder werden nicht mit einbezogen. Das Hochwasserrisiko soll sich voraussichtlich verändern. Dies gilt in erster Linie für das Hochwasserrisiko in FIN, aber auch für das Hochwasserrisiko in anderen Regionen der BSR.
Gesamtwirtschaft
Der Klimawandel wirkt sich voraussichtlich nicht sehr stark auf das BIP in Europa aus. Ein leichter Anstieg ist möglich. Aufgrund des Klimawandels in der BSR sollen sich die Bedingungen für den Sommertourismus verbessern.
Forstwirtschaft Allgemein besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr in der gesamten BSR. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Waldschäden durch Frostse nach der Knospung und durch den Borkenkäferbefall. In GER soll die Nettoprimärproduktion zurückgehen. Die Waldzusammensetzung soll sich in SWE und FIN verbessern. Die Nettoprimärproduktion soll in allen BSR-Ländern ansteigen (außer in GER, dort wird ein Rückgang erwartet).
Gesundheit Die Luftqualität könnte sich aufgrund des Klimawandels ändern. Der Wert des bodennahen Ozons soll in einigen Teilen Europas ansteigen, besonders in GER. Für andere BSR-Länder werden weniger deutliche Veränderungen prognostiziert. Höhere Temperaturen sollen zu einem Anstieg der Sterblichkeitsrate führen. Dies gilt auch für Nordeuropa. Der Klimawandel soll sich nicht sehr stark auf die Arbeitsproduktivität in der BSR auswirken, jedoch auf die Arbeitsproduktivität in anderen Regionen der Welt.
Natürliche Umwelt Die Artenvielfalt soll sich ändern. Die Studie über Schweden zeigt ein erhöhtes Risiko für Erdrutsche, Erosionen, Schluchtbildungen und Schlammfluss. Die Artenvielfalt soll sich ändern. Der organische Kohlenstoffgehalt im Boden soll sich in erster Linie in GER erhöhen. Dies gilt aber auch für anderen Regionen in SWE und FIN (die einzigen untersuchten BSR-Länder).